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DPA-Foto: Spata
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7.12.18

Liebesgrüße von einer Betrügerin

Die Betrüger suchen gezielt nach alleinstehenden Frauen und Männern. Ihr Revier: Partnerschaftsbörsen, Messenger-Dienste und soziale Netzwerke.

 

Wilhelmshaven/ga - Die Enttäuschung war groß. Die nette Bekanntschaft aus Ghana kam nicht wie vereinbart nach Deutschland. Dafür verlor ein 72-jähriger Mann aus Wilhelmshaven einen größern Geldbetrag - und vielleicht auch den Glauben an die große Liebe.

Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland warnt vor der als „Love-Scam“ bekannt gewordenen Betrugsmasche, mit der seit Jahren alleinstehende Frauen und Männer um ihr Geld gebracht werden.

Auch im Großraum Wilhelmshaven gab es schon mehrere Opfer.

Beim typischen Verlauf der Straftat geben sich die Täter auf Online-Partnerbörsen, Chat/Messenger-Portalen oder in sozialen Netzwerken unter anderem als seriöse Persönlichkeiten wie beispielsweise Ärzte, Ingenieure oder Architekten aus, um dort nach potenziellen Opfern zu suchen. Weibliche Täter versuchen insbesondere, Kontakt zu alleinstehenden Herren aufzunehmen.

So auch im aktuellen Fall, den nach Polizeiangaben ein 72-jähriger Wilhelmshavener in der vergangenen Woche angezeigt hat. Aus dem anfänglichen Kennenlernen habe sich im Verlauf weniger Wochen eine „einseitige“ Liebesbeziehung ergeben. Der Geschädigte sei im September über den Messenger-Dienst Skype von einer weiblichen Teilnehmerin aus Ghana kontaktiert worden.

„Über einen längeren Zeitraum wurden Textnachrichten per Skype, nachfolgend auch über WhatsApp ausgetauscht, so dass der Anzeigende immer mehr Vertrauen zu seiner Internetbekanntschaft fasste“, schildern die Ermittler. In der Annahme, dass seine Bekanntschaft zu ihm nach Deutschland reisen werde, überwies das Betrugsopfer dann wiederholt Geldbeträge ins Ausland.

Am Tage des scheinbar bevorstehenden Treffens hätten sich dann vermeintliche Familienangehörige beim gehörten Liebhaber gemeldet und versucht, diesem unter Vortäuschen einer angeblichen Notlage weiteres Geld zu entlocken.

Der 72-Jährige wurde misstrauisch. Er fühlte sich getäuscht und wandte sich an die Polizei. Und tatsächlich: Die vermeintliche Liebesanbahnung entpuppte sich als ein betrügerisches Vorgehen der Täter. „Ein klassischer Love-Scam, oder auch Romance-Scam“, so die Ermittler. Die Chancen der Geschädigten, ihr Geld wieder zurückzubekommen, sind in der Regel ausgesprochen gering.

 

 



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