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Dr. Teresa Gersner erklärt bei der Ausstellungseröffnung „Wenn die Wolken zu Spiegeleiern werden“ Charakteristika der Erkrankung an den Bildern von Carolus Horn.    WZ-Foto:    Lübbe
Dr. Teresa Gersner erklärt bei der Ausstellungseröffnung "Wenn die Wolken zu Spiegeleiern werden" Charakteristika der Erkrankung an den Bildern von Carolus Horn. WZ-Foto: Lübbe

12.06.19

Gemälde eines Alzheimer-Patienten: Ein Spiegel der Erkrankung

Besonders war an dem Werbegrafiker, dass er auch nach der Diagnose weiterzeichnete. Seine Bilder spiegeln eine veränderte Weltsicht der an Alzheimer-Erkrankten, erklärt Dr. Teresa Gersner.

 

Von Lisa Dean
Wilhelmshaven - „Manchmal sollten die Gesunden die Perspektive wechseln, um die Sicht der Kranken besser zu verstehen“, sagte Dr. Teresa Gersner, Leiterin der psychiatrischen Institutsambulanz im Klinikum Wilhelmshaven bei der Eröffnung der Ausstellung „Wenn die Wolken zu Spiegeleiern werden“ mit Bildern des Werbegrafikers Carolus Horn.

Zu diesem Perspektivwechsel fordert Gersner explizit auf. Und die Ausstellung im Pauline-Ahlsdorff-Haus soll genau das ermöglichen.

Carolus Horn erkrankte mit 60 Jahren an Alzheimer. Doch trotzdem malte er weiter. Ungewöhnlich, denn meistens hören Erkrankte mit der Zeit damit auf, dass zu tun, was sie am liebsten machen, erklärt Gersner. Ein Jahr vor seinem Tod gab Horn das Malen auf.

Die Bilder sind in der Ausstellung chronologisch zu sehen und verraten viel über die sich verändernde Weltsicht von Carolus Horn während seiner letzten Lebensjahre. Und damit ermöglichen sie auch einen Einblick in die sich verändernde Wahrnehmung von an Alzheimer Erkrankten. Denn: „Diese Bilder sind einzigartig, aber Carolus Horn war in diesem Fall kein besonderer Mensch“, erklärt Gersner, „er litt an einer Demenz, wie viele andere Menschen auch, hatte die gleichen Phasen und Stadien. Die Bilder stehen für das Erleben von vielen anderen.“ Und sie ergänzt: „Er gibt mit seinen Bildern allen Demenzerkrankten ein Sprachrohr, weil die Krankheit die Sprache versiegen lässt. Das ist das Besondere.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Juni im Pauline-Ahlsdorff-Haus, Rheinstraße 106 zu sehen.

 

 

Dies ist ein Auszug. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der "Wilhelmshavener Zeitung" von Mittwoch, 12. Juni 2019. Erhältlich bei allen gängigen Verkaufsstellen und auch als epaper.

 

 



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